16.03.2008



18.02.2009

Büchen plant Geschichtsbuch mit lauter Geschichten

Büchen – Unter dem Titel „Büchen im 19. und 20. Jahrhundert – Eine Gemeinde am Schienenstrang“ will Büchen gesammelte Zeitzeugeninterviews und historische Zusammenhänge der jüngeren Gemeindegeschichte veröffentlichen. „Das reine Verwaltungsarchiv ist eine Sache. Um Geschichte lebendig zu machen, ist aber auch Volkes Stimme wichtig“, sagt Archivar Dr. Heinz Bohlmann.

Bereits vor der Gründung des Archives 1985 hat die Gemeinde Büchen durch die jeweiligen Archivare oder auch Studenten Zeitzeugen befragt und die Interviews gesammelt. Diese Zeitzeugenberichte sollen mit Hintergrundberichten gemeinsam veröffentlicht werden. „Wir haben immer wieder die Erfahrung gemacht, dass das Gedächtnis beim Einordnen von Erinnerungen in zeitliche Zusammenhänge nicht hundertprozentig zuverlässig ist“, sagt Bohlmann. Deshalb seien die historischen Beistücke wichtig. Ein Großteil des Buches ist im Manuskript bereits fertig. „Derzeit suchen wir noch ein paar Ergänzungen wie Informationen und Fotos aus dem Vereinsleben und aus der Landwirtschaft“, sagt Bohlmann. Neben den Zeitzeugenberichten aus verschiedenen Bereichen Büchens wird sich das Buch auch mit der Lübeck-Büchener Eisenbahn, dem Elbe-Lübeck-Kanal, dem Groß-Hamburg-Gesetz und der innerdeutschen Grenze beschäftigen. Finanziert wird das Projekt durch die Gemeinde Büchen mit der Unterstützung der Axel- Bourjau-Stiftung.
Erscheinen wird das 200-seitige Buch voraussichtlich im Dezember. Die Auflage beträgt 500 Exemplare. „Erfahrungsgemäß werden wir diese Stückzahl auch einigermaßen schnell los“, sagt Bohlmann. Vorbestellungen nimmt der Archivar entgegen. Der Preis beträgt 19 Euro. hm

Mit freundlicher Genehmigung der Lübecker Nachrichten




05.03.2011

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Lernen am Ort des Grauens
 
 
 
Nachdenklich lauschten die Schüler des Religionskurses der Klasse neun den Informationen zu Auschwitz per Kopfhörer.
Nachdenklich lauschten die Schüler des Religionskurses der Klasse neun den Informationen zu Auschwitz per Kopfhörer.
 
Büchen – Erstmals besuchten Schüler der Gemeinschaftsschule Büchen Auschwitz. Das war nur möglich durch Förderung der Axel-Bourjau-Stiftung in Büchen.

Der Blick in das dunkelste Kapitel deutscher Geschichte in Auschwitz war auch für die Schüler eines Religionskurses der Gemeinschaftsschule Büchen ein Wagnis.

Das Mindestalter von 14 Jahren hatten viele erst gerade überschritten. Vier Tage vor Ort im Februar: Lehrerin Sibylle Draber ließ niemanden allein, hatte die Schüler intensiv vorbereitet, auch mit einem Zeitzeugenbericht einer Insassin des Lagers Birkenau. Drei Gruppen wurden gebildet zu den Schwerpunkten Stammlager, Birkenau und „Juden und Christen in Auschwitz und Umgebung“. Die Schüler notierten in Tagebüchern ihre Eindrücke und verarbeiteten Schockierendes in Gesprächen.

„Begreifen kann man das nicht. Die junge Generation trägt nicht die Verantwortung für das, was passiert ist, sondern trägt die Verantwortung zu erinnern“, sagt die Lehrerin. Jeder der Schüler kann jetzt sagen, er habe den Ort des Grauens mit eigenen Augen gesehen. „Selbst wenn man dort war, kann man sich nicht vorstellen, wie es gewesen sein muss“, berichtet Oliver Kohn (15).

Holocaust und Nationalsozialismus sind ein ganz wichtiges Thema von mindestens einem halben Jahr an der Gemeinschaftsschule. Seit drei Jahren und solange es noch möglich ist, besuchen auch Zeitzeugen die Schule. Kulturpfleger Dr. Heinz Bohlmann referiert über Büchen im Krieg. Jedes Jahr gibt es Fahrten zum nahen Konzentrationslager Neuengamme in Hamburg und zum Bullenhusener Damm in Rothenburgsort, wo Kinder von Nazis nach medizinischen Versuchen ermordet wurden.

Die Fahrt nach Auschwitz sollte nach Möglichkeit wiederholt werden, findet Schulleiter und Geschichtslehrer Dr. Harry Stossun. Zu den Schülern sagte er: „Wir haben auch in Büchen Unrecht erlebt, bei dem Menschen zu Tode gekommen sind.“ Die junge Generation der Schüler könne sich engagieren, indem sie helfe, die Zwangsarbeitergräber in Büchen-Pötrau gärtnerisch zu pflegen, nicht im Sinne von Arbeit, sondern als symbolischen Akt. „Wenn jeder mitarbeiten würde, wäre das gut zur Aufarbeitung“, sagte Stossun. Geschichte passiere auch vor der Haustür. Religionslehrerin Sibylle Draber erinnerte an das schwierige Verhältnis heute zwischen Christen und Muslimen. Wer differenziere, nicht verallgemeinere und nicht übertreibe, verhalte sich richtig gegenüber den muslimischen Mitschülern.

Natalie Tum und Vanessa Strube bedankten sich herzlich bei Sybille Bourjau mit Schokolade aus Krakau. Die Axel-Bourjau-Stiftung hatte die erste Fahrt der Schule nach Auschwitz ermöglicht.


Von Marc von Kopylow


23.09.2011

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Büchener Schule bekommt Klimaschutzmanager

Büchen – Die Stelle eines Klimaschutzmanagers wird zu 65 Prozent vom Land gefördert. Den Rest teilen sich sechs Schulträger.

Der Schulverband Büchen hat den Stellenplan um eine auf drei Jahre befristete Stelle für einen Klimaschutzmanager (25 Stunden pro Woche) erweitert. Der Förderantrag an das Umweltministerium für das Projekt Fifty-Fifty wurde positiv bewilligt, teilte Verbandsvorsteher Peter Fehlandt in der Schulverbandssitzung mit. Der Förderbetrag beträgt 65 Prozent. Den Rest teilen sich die Schulträger Aumühle, Börnsen, Escheburg, Lütau, Wohltorf und Büchen. Weiter wurde beschlossen, Schulsozialarbeiter für die Grundschule und die Gemeinschaftsschule Büchen (1,5 Stellen) einzustellen. Hierfür gibt es Mittel in Höhe von 31 672 Euro aus dem Bildungs- und Teilhabepaket des Bundes. Darüber hinaus hat die Grundschule aus dem Bundesprojekt „Hand in Hand“ 30 000 Euro für 2011 und 2012 eingeworben, die für Schulsozialarbeit zur Verfügung stehen. Beschlossen wurde die 1. Nachtragshaushaltssatzung. Der Verwaltungshaushalt wurde um 201 400 Euro auf 2,4 Millionen Euro erhöht, der Vermögenshaushalt um 31 700 auf 2,3 Millionen Euro. Mehraufwand entstand durch die Schülerbeförderungskosten, die sich 2011 um 112 000 Euro erhöhten. Dagegen verringerten sich die Einnahmen aus der Zuweisung vom Kreis um 40 000 Euro. Im Vermögenshaushalt werden folgende Maßnahmen abgedeckt: Präventionsmaßnahmen (erhöht von 3000 auf 8000 Euro), Sanierung Schule Siebeneichen (3700 Euro). Die Kosten für die Multimediaausstattung in Siebeneichen (8500 Euro), Smartboards (12 000 Euro) und Einrichtung Berufsorientierung (10 000 Euro) wurden von der Axel-Bourjau-Stiftung abgedeckt. „Eine segensreiche Einrichtung für Büchen“, kommentierte Bürgermeister Uwe Möller.

Von Silke Geercken


01.10.211, Grundschüler lernen Reiten




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